Alagna

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Allgemeines / Informationen

Auf der italienischen Südseite des zweithöchsten Gebirgsmassivs der Alpen ziehen sich drei Täler gen Süden, dessen östlichstes bis vor kurzem als einer der Geheimtipps der europäischen Freeride-Szene galt.

Das abgelegene Walserdorf Alagna im hintersten Valsesia, am südwestlichen Fuß des 4600 m hohen Monterosa-Massivs, Talhöhe 1150 m, nahezu 50 km vom Taleingang südwestlich des Lago Maggiore entfernt, hielt seine Skigebiets-Infrastruktur über Jahrzehnte auf dem Stand der 60er Jahre. Drei Sektionen Pendelbahn waren damals erbaut worden, zusammen eine fast 6 km lange Liftkette vom Dorf bis zur Punta Indren, 3260 m, auf einem Kamm südlich in Wurfweite der 4215 m hohen Vincent-Pyramide gelegen.

Garniert mit einem Einersessellift und einem Korblift bei der zweiten Mittelstation sowie zunächst einem, später zwei Gletscherliften bei der Bergstation bis auf die bemerkenswerte Höhe von 3550 m überdauerte das Skigebiet die Jahre. Geschützt vor den Einwirkungen des modernen Pistenskilaufs entwickelte sich ein Gebiet mit ganz eigenem Charakter, ohne Pistenautobahnen, Fangnetze und Beschneiungsanlagen, ohne Schirmbars oder Après-Ski-Parties, dafür mit langen anspruchsvollen Freeride-Varianten, teilweise markiert aber niemals präpariert, den Könnern vorbehalten - und ausgestattet mit einem atemberaubenden Panorama zwischen Viertausendern und Poebene, vom Montblanc bis Mailand.

Dieser Zustand blieb unverändert bis ins Jahr 2000. Seither hat sich das Gebiet einem gravierenden Wandel unterworfen, der - wenn man den Medien glauben darf - in den kommenden Jahren noch weiter fortschreiten wird. Zunächst wurden die unteren beiden Sektionen der Pendelbahn durch eine moderne Achterkabinenbahn und einen Doppelsessellift ersetzt und gleichzeitig der Einersessellift stillgelegt. Drei Jahre später begann der Bau einer neuen Seilbahn des Typs Funifor von der Bergstation der Achterkabinenbahn hinauf zum Passo Salati, 2900 m, über den schon zuvor der Übergang von Gressoney im Nachbartal her möglich war. Während jedoch bis dato die Rückkehr nur über eine hochalpine Skiroute von der Punta Indren aus möglich war, ist seither der Übergang auch für Normalskifahrer problemlos möglich, erst recht da zusätzlich eine neue, präparierte Piste vom Passo Salati nach Alagna angelegt wurde, wo zuvor nur eine Skiroute vorzufinden war. In weiterer Folge hätte vom Passo Salati eine Fortsetzung zur Cresta Rossa, 3670 m, in die Südflanke der Vincent-Pyramide erfolgen sollen, woraufhin auch die oberste, längste Sektion der alten Pendelbahn stillgelegt und zusammen mit den bereits seit mehreren Jahren nicht mehr betriebsfähigen Gletscherliften abgetragen worden wäre.

Diese Pläne wurden jedoch im Sommer 2005 in allerletzter Sekunde behördlich gestoppt, obwohl zuvor bereits genehmigt, und so ist Alagna im Moment ein Gebiet zwischen alter Freeride-Klasse und modernem Pistenskilauf. Zwar sind die Routen von der Punta Indren ins Tal von Gressoney noch unverändert fahrbar, Alagna-seitig fehlt jedoch inzwischen der alte Korblift als Rückbringer zur zweiten Mittelstation. Dafür existiert an präparierten Pisten nach wie vor nur eine durchgehende Abfahrt vom Passo Salati nach Alagna - als Trost bleibt nur der Übergang in die Nachbartäler, mit denen schon seit längerem ein Verbund unter dem Namen "Monterosa Ski" besteht. Das Flair des früheren Alagna sucht man jedoch dort vergebens, da hier schon vor Jahren mit der Modernisierung begonnen wurde und an schönen Wintertagen halb Turin den Weg über das Aosta-Tal herauf kommt. Die Atmosphäre unterscheidet sich damit nur unwesentlich von jener der anderen großen Skigebiete Italiens - als solches jedoch ist man durchaus konkurrenzfähig.

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